Wirkstoff-Lexikon · M
INCI: Lactic Acid
Milchsäure ist die freundliche Schwester der Glykolsäure: Sie peelt sanfter, spendet nebenbei Feuchtigkeit und ist damit die ideale Säure für alle, die zum ersten Mal ein chemisches Peeling ausprobieren. Wer bei AHAs an rote, gereizte Haut denkt, lernt hier die entspannte Variante kennen.
Was ist Milchsäure?
Milchsäure (Lactic Acid) ist eine Alpha-Hydroxysäure, die ursprünglich aus fermentierter Milch bekannt ist – für Kosmetik wird sie heute meist vegan durch Fermentation von Zucker hergestellt. Ihr Molekül ist grösser als das der Glykolsäure. Deshalb dringt sie weniger tief ein und arbeitet vor allem an der Hautoberfläche: Sie löst abgestorbene Hornzellen und glättet, ohne tiefere Hautschichten zu fordern.
Eine Besonderheit macht sie einzigartig unter den Peeling-Säuren: Milchsäure kommt natürlicherweise in der Haut vor – als Bestandteil des natürlichen Feuchthaltefaktors (NMF), der Wasser in der Hornschicht bindet. Milchsäure peelt also nicht nur, sie unterstützt auch die Feuchtigkeitsbalance der Haut.
Wirkung: Was belegt ist
Vier von fünf Balken: Die Studienlage ist solide. Gut dokumentiert sind die glättende Peeling-Wirkung, ein ebenmässigerer, frischerer Teint und die feuchtigkeitsbindende Eigenschaft in moderaten Konzentrationen. Verglichen mit Glykolsäure ist die Wirkung pro Anwendung etwas milder – dafür ist auch das Reizpotenzial deutlich kleiner. Für Einsteiger und empfindlichere Haut ist genau das der Punkt: lieber sanft und regelmässig als stark und selten.
Anwendung & Kombination
Wie alle AHAs gehört Milchsäure in die Abendroutine: ein- bis dreimal pro Woche auf gereinigte, trockene Haut, danach eine Feuchtigkeitspflege. Einsteiger beginnen mit rund 5 % und einer Anwendung pro Woche. Auch wenn Milchsäure mild ist – lichtempfindlicher macht sie die Haut trotzdem: Sonnenschutz am Tag ist Pflicht.
Gut kombinierbar
✓ Hyaluron & Polyglutaminsäure – verstärken den Feuchtigkeitseffekt
✓ Ceramide – bauen die Hautbarriere an säurefreien Tagen auf
✓ Niacinamid – beruhigt und verfeinert ergänzend
Beachten
! Auch milde Säuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit – SPF tagsüber einplanen
! Nicht am selben Abend mit Retinol oder weiteren Peelings kombinieren
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Zur Gesichtsreinigung →Häufige Fragen zu Milchsäure
Ist Milchsäure die richtige Säure für Einsteiger?
Ja. Ihr grösseres Molekül arbeitet vor allem an der Hautoberfläche, dadurch ist das Reizpotenzial kleiner als bei Glykolsäure. Mit 5 % und einer Anwendung pro Woche steigst du entspannt ein.
Was unterscheidet Milchsäure von Glykolsäure?
Die Molekülgrösse: Glykolsäure ist kleiner, dringt tiefer ein und wirkt stärker – reizt aber auch eher. Milchsäure bleibt weiter an der Oberfläche und bindet zusätzlich Feuchtigkeit.
Brauche ich bei Milchsäure Sonnenschutz?
Ja. Auch milde AHAs machen die Haut vorübergehend lichtempfindlicher. Tagsüber gehört in jeder Säure-Phase ein Sonnenschutz mit SPF 30 oder höher dazu.
Wie schnell sehe ich Resultate?
Eine glattere Hautoberfläche spürst du oft schon nach wenigen Anwendungen. Für einen sichtbar ebenmässigeren Teint solltest du mit einigen Wochen regelmässiger Anwendung rechnen.


