Sulfates (SLS et SLES) : des agents nettoyants puissants, présentés en toute transparence
Wirkstoff-Lexikon · S
INCI: Sodium Lauryl Sulfate · Sodium Laureth Sulfate
Kaum ein Inhaltsstoff hat einen so schlechten Ruf wie die Sulfate. Dabei sind SLS und SLES seit Jahrzehnten bewährte Reiniger und in der Kosmetik zugelassen. Die ehrliche Antwort liegt dazwischen: Sie reinigen sehr gründlich – und genau das ist nicht für jede Haut ideal.
Was sind Sulfate?
Hinter den Abkürzungen stecken Sodium Lauryl Sulfate (SLS) und Sodium Laureth Sulfate (SLES). Beide sind Tenside: Moleküle mit einem wasserliebenden und einem fettliebenden Ende. Damit lösen sie Fett, Talg und Schmutz von der Haut, sodass alles mit dem Wasser abgespült werden kann. Nebenbei sorgen sie für den kräftigen Schaum, den viele mit «sauber» verbinden.
SLES ist eine abgewandelte Form von SLS. Durch einen zusätzlichen Herstellungsschritt wird das Molekül grösser, und es gilt als hautfreundlicher. In vielen Shampoos und Duschgels steckt deshalb SLES, oft kombiniert mit milderen Co-Tensiden.
Was die Fakten sagen
Vier von fünf Balken für die Sicherheitsbewertung: Sulfate gehören zu den am besten untersuchten Inhaltsstoffen der Kosmetik. In Produkten, die nach kurzer Zeit abgespült werden, gelten sie als sicher. Gleichzeitig ist gut bekannt, dass vor allem SLS die Hautbarriere beanspruchen kann: Es löst nicht nur Schmutz, sondern auch hauteigene Fette. Bei häufigem Waschen, langer Einwirkzeit oder bereits trockener Haut kann das zu Spannungsgefühl, Rötung oder Juckreiz führen. Entscheidend sind Konzentration, Kontaktzeit und der Rest der Rezeptur – nicht das Wort «Sulfat» allein.
Wer lieber sulfatfrei wählt
Mit sehr trockener, empfindlicher oder zu Ekzemen neigender Haut lohnt sich ein Versuch mit sulfatfreien Reinigern. Dasselbe gilt für eine empfindliche Kopfhaut. Wer dagegen normale bis fettige Haut hat und mit seinem Produkt zufrieden ist, muss nichts ändern. Mehr dazu im Ratgeber Sulfatfrei duschen.
Übrigens zählt die Position im INCI: Steht ein Sulfat weit vorne, ist es ein Hauptreiniger. Steht es weit hinten, ist es nur in kleiner Menge enthalten, etwa als Hilfsstoff in einer Emulsion.
Gut kombinierbar
✓ Glycerin – hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten
✓ Rückfettende Pflege nach dem Duschen – gleicht den Fettverlust aus
✓ Kurz und lauwarm duschen – schont die Hautbarriere zusätzlich
Beachten
! Bei Spannungsgefühl oder Juckreiz nach dem Waschen auf mildere Reiniger umsteigen
! Nicht in die Augen bringen – Tenside brennen auf Schleimhäuten
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Zur Körperpflege →Häufige Fragen zu Sulfaten
Sind Sulfate in Kosmetik gefährlich?
Nein. SLS und SLES sind in der EU und in der Schweiz für Kosmetik zugelassen und gut untersucht. In abwaschbaren Produkten gelten sie als sicher. Sie können aber empfindliche oder trockene Haut austrocknen und reizen.
Was ist der Unterschied zwischen SLS und SLES?
SLES ist eine abgewandelte Form von SLS mit grösserem Molekül. Es reinigt ebenfalls gründlich, gilt aber als hautfreundlicher. SLS ist der kräftigere der beiden Reiniger.
Für wen lohnen sich sulfatfreie Produkte?
Vor allem für sehr trockene, empfindliche oder zu Ekzemen neigende Haut und für eine empfindliche Kopfhaut. Bei normaler bis fettiger Haut sind sulfathaltige Reiniger meist problemlos.
Schadet SLS den Haaren?
SLS entfettet die Haare gründlich, was trockene oder strapazierte Längen spröde wirken lassen kann. Ein Conditioner gleicht das aus. Wer zu trockener Kopfhaut neigt, kann ein milderes Shampoo ausprobieren.
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