Wirkstoff-Lexikon · G
INCI: Glycerin
Glycerin hat ein Imageproblem: zu alt, zu günstig, zu unspektakulär. Dabei ist kaum ein Wirkstoff in der Hautpflege so gut belegt – die Datenlage ist besser als bei fast allem, was auf Verpackungen gross beworben wird. Zeit für eine Ehrenrettung des heimlichen Feuchthalte-Champions.
Was ist Glycerin?
Glycerin ist ein Zuckeralkohol und ein sogenannter Humectant – ein Feuchthaltemittel, das Wasser anzieht und in den oberen Hautschichten festhält. Das Entscheidende: Glycerin ist kein Fremdstoff. Es ist natürlicher Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF), mit dem die Haut ihre eigene Feuchtigkeit reguliert. Kosmetisches Glycerin wird heute überwiegend aus pflanzlichen Ölen gewonnen.
Dass Glycerin in fast jeder Creme steckt, hat einen simplen Grund: Es funktioniert, ist extrem gut verträglich und günstig in der Herstellung. Steht es weit vorne auf der INCI-Liste, ist das kein Zeichen für eine billige Formel – sondern für eine, die auf einen der am besten untersuchten Feuchtigkeitswirkstoffe überhaupt setzt.
Wirkung: Was belegt ist
Hier gibt es die vollen fünf Balken – und das ist im Lexikon die Ausnahme. Jahrzehnte an Forschung und viele Vergleichsstudien zeigen konsistent: Glycerin verbessert die Hautfeuchtigkeit zuverlässig, unterstützt die Regeneration der Hautbarriere und macht raue Haut geschmeidiger. In direkten Vergleichstests schneidet es regelmässig mindestens so gut ab wie deutlich teurere Feuchthaltemittel. Fair formuliert: Hyaluron ist das Marketing-Talent, Glycerin der stille Arbeiter – belegt ist der Arbeiter besser.
Anwendung & Kombination
Glycerin passt morgens und abends in jede Routine und wirkt in jeder Produktform – vom Reiniger über das Serum bis zur Creme. Am meisten holst du heraus, wenn du glycerinhaltige Pflege auf leicht feuchte Haut aufträgst und mit einer Creme abschliesst, die die Feuchtigkeit einschliesst.
Gut kombinierbar
✓ Hyaluron & Polyglutaminsäure – mehrschichtige Feuchtigkeitsversorgung
✓ Ceramide – Glycerin bringt das Wasser, Ceramide halten es in der Haut
✓ Retinol & Säuren – Glycerin hilft, Reizungen abzupuffern
Beachten
! Pures Glycerin aus der Apotheke gehört verdünnt – unverdünnt kann es der Haut Wasser entziehen
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Zur Feuchtigkeitspflege →Häufige Fragen zu Glycerin
Ist Glycerin gut für die Haut?
Ja – und zwar aussergewöhnlich gut belegt. Glycerin bindet Wasser in den oberen Hautschichten, unterstützt die Hautbarriere und ist selbst für sehr empfindliche Haut geeignet. Es gehört zum hauteigenen Feuchtigkeitssystem und wird deshalb bestens vertragen.
Trocknet Glycerin die Haut aus?
Nur in einem Sonderfall: Nahezu pures, unverdünntes Glycerin kann bei sehr trockener Luft Wasser aus der Haut ziehen. In fertigen Produkten mit üblichen 3–10 % passiert das nicht – dort erhöht Glycerin die Hautfeuchtigkeit nachweislich.
Für welchen Hauttyp eignet sich Glycerin?
Für alle. Trockene Haut profitiert am deutlichsten, fettige Haut schätzt die leichte, ölfreie Feuchtigkeit, und empfindliche Haut verträgt Glycerin fast immer problemlos. Es gibt kaum einen unkomplizierteren Wirkstoff.
Ist Glycerin in Kosmetik vegan?
Meistens ja: Kosmetisches Glycerin wird heute überwiegend aus pflanzlichen Ölen gewonnen. Sicherheit gibt ein Vegan-Hinweis auf dem Produkt – bei den hier gezeigten SKINCYCLOPEDIA-Produkten ist die vegane Herstellung deklariert.


