Wirkstoff-Lexikon · A
INCI: Argania Spinosa Kernel Oil
Arganöl wird nicht umsonst «das Gold Marokkos» genannt: Das Öl aus den Kernen des Arganbaums ist reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E – und seit Jahrhunderten fester Bestandteil marokkanischer Schönheitspflege. Heute ist es der Klassiker in Haarölen und nährenden Gesichtsölen.
Was ist Arganöl?
Arganöl stammt aus den Kernen der Früchte des Arganbaums, der fast ausschliesslich im Südwesten Marokkos wächst. Die Gewinnung ist aufwändig – für einen Liter Öl braucht es die Kerne von rund 30 Kilogramm Früchten –, was den Ruf als «flüssiges Gold» erklärt. Traditionell wird das Öl von Frauenkooperativen von Hand gepresst.
Für die Pflege zählt die Zusammensetzung: rund 80 Prozent ungesättigte Fettsäuren, vor allem Öl- und Linolsäure, dazu Vitamin E und pflanzliche Begleitstoffe wie Sterole und Polyphenole. Diese Mischung macht Arganöl zu einem nährenden, aber nicht übermässig schweren Öl – reichhaltiger als Jojoba, leichter als Kokos.
Wirkung: Was belegt ist
Drei von fünf Balken: Es gibt kleinere klinische Studien, die nach regelmässiger Anwendung eine verbesserte Hautelastizität und Hautfeuchtigkeit zeigen, dazu solide Labordaten zur antioxidativen Wirkung des enthaltenen Vitamin E. Im Haar glättet Arganöl die Schuppenschicht, gibt Glanz zurück und kann das Haar geschmeidiger und widerstandsfähiger gegen Styling-Stress machen. Grosse, unabhängige Studien mit vielen Teilnehmenden fehlen aber – wie bei fast allen Pflanzenölen. Fair gesagt: ein hochwertiges Pflegeöl mit gutem Ruf und ordentlicher, aber nicht spektakulärer Datenlage.
Anwendung & Kombination
Im Haar ist Arganöl ein Klassiker der Pre-Wash-Pflege: vor dem Waschen in Längen und Spitzen einarbeiten, einwirken lassen, ausspülen. Ein bis zwei Tropfen funktionieren auch als Finish in trockenen Spitzen. Auf der Haut passt es am besten abends als letzter Pflegeschritt oder eingemischt in die Creme – besonders in der kalten Jahreszeit.
Gut kombinierbar
✓ Kokosöl – das bewährte Haaröl-Duo, etwa im HAIR SYRUP Original
✓ Antioxidantien wie Astaxanthin & CoQ10 – Argan als nährende Basis
✓ Hyaluron – erst Feuchtigkeit, dann Öl als Abschluss
Beachten
! Qualität schwankt stark – auf kaltgepresstes, kosmetisches Arganöl achten
! Bei sehr feinem Haar sparsam dosieren und nur in den Spitzen anwenden
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Zu Haaröl & Haarkur →Häufige Fragen zu Arganöl
Ist Arganöl besser fürs Haar oder für die Haut?
Beides funktioniert. Im Haar glättet es die Schuppenschicht und bringt Glanz zurück, auf der Haut nährt es trockene Stellen. Die meisten nutzen es dort, wo der Bedarf am grössten ist – oft sind das die Haarspitzen.
Beschwert Arganöl das Haar?
Weniger als Kokosöl, mehr als Jojoba. Als Pre-Wash wird es ohnehin ausgewaschen; als Finish gilt: ein bis zwei Tropfen in den Spitzen genügen, besonders bei feinem Haar.
Woran erkenne ich gutes Arganöl?
Kosmetisches Arganöl sollte kaltgepresst sein und dezent nussig riechen. Sehr günstige Angebote sind oft stark verdünnt oder raffiniert – ein Blick auf die INCI-Liste (Argania Spinosa Kernel Oil weit vorne) hilft.
Verstopft Arganöl die Poren?
Arganöl gilt als moderat leicht und wird von den meisten Hauttypen gut vertragen. Bei stark zu Unreinheiten neigender Haut neue Öle grundsätzlich zuerst an einer kleinen Stelle testen.


