Wirkstoff-Lexikon · P
INCI: Polyglutamic Acid
Polyglutaminsäure ist das Feuchtigkeits-Talent, das im Schatten von Hyaluron steht – zu Unrecht. Das fermentierte Biopolymer bindet Wasser an der Hautoberfläche und legt sich als hauchdünner Film über die Haut, der Feuchtigkeit spürbar länger hält. Die Studienlage ist noch jung, die ersten Daten sind aber vielversprechend.
Was ist Polyglutaminsäure?
Polyglutaminsäure (PGA) ist ein Biopolymer aus vielen aneinandergereihten Einheiten der Aminosäure Glutaminsäure. Gewonnen wird sie meist durch Fermentation mit Bacillus subtilis – demselben Bakterium, das auch das japanische Traditionsgericht Natto entstehen lässt. In der Hautpflege dient PGA als Feuchthaltemittel: Sie zieht Wasser an und hält es fest.
Der wichtigste Unterschied zu Hyaluron: PGA-Moleküle sind gross und dringen praktisch nicht in die Haut ein. Stattdessen bilden sie einen feinen, unsichtbaren Film auf der Hautoberfläche, der Wasser dort bindet und die Verdunstung bremst. Hyaluron arbeitet – je nach Molekülgrösse – auch in den oberen Hautschichten. Die beiden konkurrieren also nicht, sie ergänzen sich: Hyaluron polstert auf, PGA versiegelt aussen. In Laborvergleichen wird PGA zudem eine sehr hohe Wasserbindungskapazität zugeschrieben.
Wirkung: Was belegt ist
Hier ist Ehrlichkeit gefragt: Die Studienlage zu PGA ist deutlich dünner als bei Hyaluron – daher nur zwei von fünf Balken. Es gibt Labordaten zur ausgeprägten Wasserbindung und einzelne kleine Studien, die eine verbesserte Hautfeuchtigkeit und Elastizität nach der Anwendung zeigen. Grosse, unabhängige klinische Studien fehlen bislang. Was sich seriös sagen lässt: Als Feuchthaltemittel funktioniert PGA nachweislich, und der Soforteffekt – eine glattere, prallere Hautoberfläche – ist gut nachvollziehbar. Weitergehende Langzeitversprechen sind Stand heute nicht belegt.
Anwendung & Kombination
PGA passt morgens und abends in die Routine: nach der Reinigung auf leicht feuchte Haut auftragen, anschliessend mit einer Creme abschliessen. In Kombination mit Hyaluron gilt die Reihenfolge: Hyaluron zuerst, PGA darüber – so hält der Film die Feuchtigkeit beider Wirkstoffe fest.
Gut kombinierbar
✓ Hyaluron – das Duo: innen aufpolstern, aussen versiegeln
✓ Niacinamid & Ceramide – Feuchtigkeit plus Barrierestärkung
✓ Reichhaltige Cremes als Abschluss – bremsen die Verdunstung zusätzlich
Beachten
! Studienlage noch jung – vielversprechend, aber weniger erforscht als Hyaluron
! Der filmbildende Effekt kann sich auf sehr öliger Haut schwer anfühlen – zuerst abends testen
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Ist Polyglutaminsäure besser als Hyaluron?
Weder noch – die beiden arbeiten an unterschiedlichen Orten. Hyaluron spendet Feuchtigkeit auch in den oberen Hautschichten, PGA bildet einen Film auf der Oberfläche und hält Wasser dort fest. Kombiniert ergänzen sie sich ideal.
Zieht Polyglutaminsäure in die Haut ein?
Nein, dafür sind die Moleküle zu gross. PGA wirkt als Feuchthaltefilm auf der Hautoberfläche – genau das macht ihren Effekt aus: Sie bremst die Verdunstung und hält die Haut länger geschmeidig.
Für welchen Hauttyp eignet sich PGA?
Grundsätzlich für alle Hauttypen, besonders für trockene und dehydrierte Haut mit Spannungsgefühl. Auf sehr öliger Haut kann sich der Film schwer anfühlen – dann das Produkt zuerst abends testen.
Wie wende ich ein PGA-Serum richtig an?
Nach der Reinigung auf leicht feuchte Haut auftragen; ein Hyaluron-Serum darf darunter liegen. Zum Abschluss eine Creme verwenden, damit die Feuchtigkeit eingeschlossen bleibt.


